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Alleinerziehend.net e.V. unterzeichnet Gründungsurkunde des lokalen Bündnisses für Familie im Altkreis Biedenkopf
geschrieben von: Frank am Freitag, 27. Oktober 2006, 11:34 Uhr
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Zusammen mit der hessischen Sozialministerin Silke Lautenschläger (CDU), sowie weiteren 50 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kirchen, Vereinen und Verbänden unterzeichnete Herr dipl. med. paed. Bindmann, der erste Vorsitzende von Alleinerziehend.net e.V. gestern offiziell die Gründungsurkunde des lokalen Bündnisses für Familie im Altkreis Biedenkopf. Alleinerziehend.net e.V. ist seit dem Sommer bereits in der dortigen Arbeitsgruppe "Betreuungsmöglichkeiten für Kinder" vertreten.
Die Lebensbedingungen für Eltern und Kinder, für Jugendliche und ältere Menschen gleichermaßen zu überprüfen und zu verbessern, ist das zentrale Anliegen des Bündnisses. Neben den Kommunen des Altkreises Biedenkopf - Gladenbach, Bad Endbach, Angelburg, Steffenberg, Breidenbach, Biedenkopf und Dautphetal - sollen auch Lohra und Lahntal einbezogen werden.
Die Mitglieder des Bündnisses werden in mehreren Arbeitsgemeinschaften (AG) Ideen zu unterschiedlichen Bereichen des Themas Familie entwickeln. Die Fäden laufen bei einer Koordinierungsstelle zusammen, in der Vertreter des Landkreises und der IHK arbeiten.
Inoffiziell sind seit Juli bereits fünf Arbeitsgruppen entstanden, die zu den Bereichen "Familienfreundliche Personalpolitik", "Stärkung der Erziehungskompetenzen", "Berufsorientierung für Jugendliche", "Bürgerschaftliches Engagement im Rahmen der Altenhilfe" und "Betreuungsmöglichkeiten für Kinder" Ziele für die Region herausarbeiten wollen. Dabei geht es einerseits darum, vorhandene Angebote - etwa im Bereich der Kindergärten oder der Altenpflege - zu sammeln, erläuterte der erste Kreisbeigeordnete Karsten Mc Govern (Grüne). Andererseits wollen die Gruppen überlegen, wie die bestehenden Angebote vernetzt und erweitert werden können.
Es gehe darum, vielfältige Partner an einen Tisch zu bringen, erläuterte Jürgen Hirschauer, der im "Servicebüro für Lokale Bündnisse" tätig ist, das im Auftrag des Bundesfamilienministeriums arbeitet. Denn bundesweit existieren bereits rund 350 solcher Bündnisse für Familie. Um erfolgreich zu arbeiten, müssten lokale Bündnisse sich am Bedarf vor Ort orientieren und Projekte anstreben, die mehrere Kommunen einbinden. Sozialministerin Lautenschläger:Alle Generationen beim Projekt berücksichtigen"Ich glaube, dass das Projekt in Zukunft ein wichtiger Standortfaktor sein wird", sagte Landrat Fischbach. Denn Familien würden ihren Lebensmittelpunkt dort wählen, wo sie gute Bedingungen finden. Das Bündnis gründe sich mit dem Ziel, diese zu verbessern. "Es ist gut für die Familien, es ist gut für unseren Standort und es ist gut für die Zukunft", so der Landrat.
IHK-Präsident Hainbach betonte das Interesse der Wirtschaft am Bündnis. Gut ausgebildete Menschen seien Garanten für die Überlebensfähigkeit der heimischen Betriebe. "Und diese Menschen entstammen Familien", sagte Hainbach. Die Ausgangsbasis der Region, Menschen zu halten, sei dabei gut. Das gelte es zu erhalten. "Wir müssen über flexible Strukturen nachdenken", forderte der IHK-Präsident dazu. So seien beispielsweise Kooperationen zwischen Betrieben und Trägern von Kindergärten - im Sinne einer Dienstleistungsbeziehung - denkbar. Aber auch ältere Mitarbeiter, die ihre eigenen Eltern betreuen, müssten entlastet werden. Denn die demografischen Prognosen zeigten, dass künftig auch ältere Mitarbeiter gebraucht würden. "Es geht darum, private Belange und die Arbeitswelt in Einklang zu bringen." Dafür sei "Mut zum Querdenken" nötig.
Umfragen zeigten, dass 80 Prozent der jungen Menschen nach wie vor eine Familie und Kinder wünschten, erklärte Sozialministerin Lautenschläger dem Publikum. Dabei gehe es nicht nur um die Frage der Betreuung von Kindern, sondern auch um den Umgang mit älteren Menschen. Der Begriff Familie sei Generationen übergreifend zu denken. Bei den lokalen Bündnissen gelte es, direkt vor Ort Probleme herauszuarbeiten und Lösungen zu finden. Denn: Vorgefertigte Konzepte der Landesregierung seien bei individuellen Problemen der Kommunen wenig hilfreich. "Die Ideen müssen vor Ort entstehen, die können wir Ihnen nicht liefern", sagte Lautenschläger. Die Landesregierung könne nur Rahmenbedingungen - etwa durch das gebührenfreie dritte Kindergartenjahr - schaffen.
Weitere Informationen gibt es bei der Koordinierungsstelle des Bündnisses für Familie, (0 64 21) 4 05 16 82 (Kreis) oder (0 64 41) 94 48 17 30 (IHK).
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