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Armut ist relativ
In Gesellschaften, in denen das durchschnittliche Wohlstandsniveau weit über dem physischen Existenzminimum liegt, ist Armut ein relativer Begriff. In Politik und Öffentlichkeit wird die relative Armutsgrenze häufig mit 50 oder 60 Prozent des Durchschnittseinkommens angegeben. In der EU wird derjenige als arm angesehen, der weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Geldbetrages je Kopf der Bevölkerung zur Verfügung hat. Häufig wird allerdings nicht der statistische Durchschnitt des Pro-Kopf-Einkommens verwendet, sondern der Mittelwert, bei dem Extremfälle unberücksichtigt bleiben. In Deutschland beträgt die danach berechnete Armutsrisikogrenze 938 Euro (2. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung). Die Grenze von 60 Prozent ist eine Konvention, hinter der Wertüberzeugungen stehen.
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